Nach einem belastenden Tag nicht abschalten zu können, ist vielen Menschen vertraut. Man liegt wach, denkt über den nächsten Morgen nach oder wacht nachts immer wieder auf. Wer dann nach Hilfe sucht, findet eine große Auswahl an Tees, pflanzlichen Präparaten und anderen Produkten. Doch bevor man etwas einnimmt, lohnt sich eine andere Frage: Was könnte den Schlaf gerade stören?
Stress und Schlaf beeinflussen sich gegenseitig. Belastende Gedanken können das Einschlafen erschweren. Wer über längere Zeit schlecht schläft, hat tagsüber wiederum oft weniger Energie, um mit Belastungen umzugehen. Für die Suche nach einer passenden Lösung ist deshalb wichtig, gelegentliche schlechte Nächte von anhaltenden Beschwerden zu unterscheiden.
Nicht jede schlechte Nacht ist eine Schlafstörung
Wie lange ein Mensch schlafen muss, ist individuell verschieden. Auch eine längere Einschlafzeit oder eine einzelne unruhige Nacht bedeutet noch nicht, dass eine Erkrankung vorliegt. Aufmerksam werden sollte man, wenn Probleme beim Ein- oder Durchschlafen regelmäßig auftreten und die Lebensqualität am Tag beeinträchtigen.
Als Orientierung beschreibt das staatliche Gesundheitsportal gesund.bund.de eine chronische Schlafstörung, wenn jemand über mehr als einen Monat an mehr als drei Nächten pro Woche schlecht schläft. Diese Angabe dient der Einordnung, nicht der Selbstdiagnose. Hinter Schlafproblemen können neben Stress auch Schmerzen, Schichtarbeit, bestimmte Medikamente oder Erkrankungen stecken.
Was sich im Alltag überprüfen lässt
Bei leichten Schlafproblemen können kleine Veränderungen einen Versuch wert sein. Hilfreich ist ein möglichst regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus. Auch die Schlafumgebung sowie Kaffee und Alkohol am Abend verdienen einen Blick. Wer nach einem vollen Tag schwer zur Ruhe kommt, kann eine wiederkehrende Abendroutine ausprobieren, etwa Lesen, ruhige Musik oder eine Entspannungsübung. Solche Gewohnheiten sind keine Garantie für guten Schlaf; sie können aber dabei helfen, mögliche Störfaktoren zu erkennen und zu verändern.
Ein Schlaftagebuch macht Zusammenhänge oft besser sichtbar als die Erinnerung an einzelne Nächte. Darin lässt sich für einige Zeit festhalten, wann man ins Bett gegangen ist, wie erholsam der Schlaf war und was am jeweiligen Tag auffiel: etwa spätes Koffein, Schmerzen oder eine besondere Belastung. Die Aufzeichnungen können auch für ein späteres ärztliches Gespräch nützlich sein.
Bei Stress lohnt es sich ebenfalls, genauer hinzusehen. Ist es eine vorübergehend volle Woche oder eine Belastung, die kaum Pausen zulässt? Bewegung, soziale Kontakte, Hobbys und bewusste Ruhezeiten können bei der Stressbewältigung helfen. Welche Form der Entlastung praktikabel ist, hängt vom Alltag und von den persönlichen Vorlieben ab.
Was die Apotheke beitragen kann
In der Apotheke lässt sich besprechen, ob ein frei erhältliches Mittel für die eigene Situation überhaupt infrage kommt. Für diese Beratung sind einige Angaben besonders hilfreich: Seit wann bestehen die Probleme? Treten sie jede Nacht auf? Welche Medikamente oder anderen Präparate werden bereits eingenommen? Gibt es Vorerkrankungen?
Das gilt auch für pflanzliche Produkte. Ihre Herkunft allein sagt nichts darüber aus, ob sie im Einzelfall geeignet sind. Ebenso wenig ist jedes als Nahrungsergänzungsmittel verkaufte Produkt ein Arzneimittel mit nachgewiesener Wirkung gegen Schlafstörungen. Bei verschreibungspflichtigen Schlafmitteln müssen zudem mögliche Nebenwirkungen und die begrenzte Anwendungsdauer berücksichtigt werden.
Die Beratung in der Apotheke kann helfen, Fragen zur Anwendung und zu möglichen Wechselwirkungen zu klären. Sie ersetzt jedoch keine Untersuchung, wenn Beschwerden anhalten oder eine Erkrankung als Ursache infrage kommt.
CBD bei Stress und Schlaf: Was ist belegt?
CBD wird häufig mit Entspannung und besserem Schlaf in Verbindung gebracht. Für diese erhofften Wirkungen von CBD-Ölen gibt es nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bislang keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. Hinzu kommen offene Fragen zur Sicherheit und zur Zusammensetzung einzelner Produkte: In einer Untersuchung stellte das BfR bei CBD-Ölen Unterschiede zwischen angegebenen und gemessenen Gehalten fest; in einem Teil der Proben wurde auch THC nachgewiesen. Die Ergebnisse lassen sich nicht pauschal auf jedes angebotene Produkt übertragen, zeigen aber, warum genaue Produktangaben wichtig sind.
Wer sich beispielsweise in einem CBD-Shop in Deutschland informiert, sollte daher zwischen Produktbeschreibung und belegter gesundheitlicher Wirkung unterscheiden. Eine Analyse der Inhaltsstoffe kann bei der Bewertung eines konkreten Produkts helfen. Sie belegt für sich genommen weder einen Nutzen gegen Schlafprobleme noch die Eignung für eine bestimmte Person. Wer Medikamente einnimmt, sollte mögliche Wechselwirkungen vor einer Anwendung fachlich abklären.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
Wenn schlechter Schlaf über längere Zeit anhält oder Müdigkeit und Erschöpfung den Alltag deutlich beeinträchtigen, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Das gilt besonders, wenn weitere Beschwerden hinzukommen oder eine bestehende Erkrankung beziehungsweise ein Medikament den Schlaf beeinflussen könnte.
Für ausgeprägte Schlafstörungen reicht eine Änderung der Abendroutine oft nicht aus. Eine Behandlungsmöglichkeit ist die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie. Dabei werden Gedanken und Verhaltensweisen bearbeitet, die den Schlaf beeinträchtigen. Welche Behandlung im Einzelfall passt, lässt sich im ärztlichen Gespräch klären.
Fazit: Wer schlecht schläft, muss nicht sofort zu einem Produkt greifen. Ein genauer Blick auf Schlafgewohnheiten und Belastungen kann ein guter Anfang sein. Die Apotheke unterstützt bei Fragen zu Präparaten und ihrer Anwendung. Halten die Beschwerden an, ist eine ärztliche Abklärung der sinnvollere nächste Schritt.
Quellen
- bund.de: Schlafstörungen
- bund.de: Gut schlafen
- Behandlung von Schlafstörungen
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Cannabinoide in CBD-Ölen
Meta Description: Was hilft bei Stress und schlechtem Schlaf? Erfahren Sie, welche Gewohnheiten Sie prüfen können, wobei die Apotheke berät und wann ärztlicher Rat sinnvoll ist.
Schlagwörter: Schlafprobleme, Stressbewältigung, Schlafhygiene, Apotheke, Selbstmedikation, CBD